Ein Anbieter zeigt dir in zehn Minuten, was seine KI kann. Das beeindruckt. Was fehlt, ist meistens der zweite Teil des Gesprächs: Was passiert mit den Angaben, die du ihr gibst? Dabei lohnt sich gerade dieser Teil, bevor du Kundennamen, Preise oder Angebote hineinkopierst.
Warum die Fragen vor dem Ausprobieren kommen
Wer eine KI nutzt, übergibt ihr Texte, Zahlen und oft auch Angaben über andere Menschen. Danach ist es schwer, das Ganze zurückzuholen. Deshalb sind die Fragen an den Anbieter keine Formsache, sondern der erste Arbeitsschritt. Du musst dafür kein Techniker sein. Es reicht, wenn du dir die Antworten aufschreibst und mit ihnen etwas anfangen kannst.
Vier Fragen, die du immer stellen kannst
- Wohin gehen meine Angaben? Du willst wissen, wo sie gespeichert werden und wer außer dir darauf zugreifen kann. Eine ehrliche Antwort ist konkret. „Sicher“ ist keine Antwort.
- Wird damit etwas anderes gemacht als das, wofür ich sie eingebe? Frag ausdrücklich, ob deine Texte genutzt werden, um das Modell weiterzuentwickeln, und ob du das abschalten kannst.
- Wer gibt frei, bevor etwas rausgeht? Eine KI darf vorbereiten, aber nicht allein versenden. Prüfe, ob du jeden Text sehen und bestätigen kannst, bevor er einen Kunden erreicht.
- Woran erkenne ich später, was wann passiert ist? Ein Protokoll zeigt dir, was die KI vorgeschlagen und was du freigegeben hast. Ohne diese Spur kannst du später nur vermuten.
Wenn ein Anbieter eine dieser Fragen nicht beantwortet oder ausweicht, ist das auch eine Auskunft. Notiere sie und vergleiche sie mit der Antwort eines zweiten Anbieters.
Und im eigenen Haus?
Dieselben Fragen gelten für dich und dein Team. Welche Angaben dürfen in eine KI, welche nicht? Wer prüft, was zurückkommt? Wenn das nirgends steht, entscheidet jeder nach Bauchgefühl, und das fällt erst auf, wenn etwas schiefgeht. Zwei, drei Sätze auf einer Seite reichen für den Anfang.
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Die Fragen an KI-Anbieter, Prüfregeln und eine Checkliste findest du im KI-Leitfaden.
Zum Mitnehmen
Nimm dir die KI-Anwendung, die du heute nutzt, und stell ihrem Anbieter die erste Frage: Wohin gehen meine Angaben? Wenn du die Antwort nicht in zwei Sätzen wiedergeben kannst, ist das dein nächster Schritt.
