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Positionierung erarbeiten.
Schritt für Schritt zum Positionierungssatz.

Wenn jemand fragt, was du machst, und du brauchst drei Sätze und eine Pause, dann ist das ein Positionierungsproblem. Ein guter Satz ist keine Kunst, aber er braucht ein paar ehrliche Antworten.

Lesezeit etwa 5 Minuten
Positionierung erarbeiten. Schritt für Schritt zum Positionierungssatz.

Was Positionierung bedeutet

Positionierung beantwortet eine einfache Frage: Wofür stehst du, und für wen? Sie legt fest, welchen Platz du im Kopf deiner Kunden einnimmst. Wer das klar beantworten kann, wird leichter verstanden, leichter empfohlen und leichter gefunden.

Für Dienstleister ist das besonders wichtig, weil sie ein Angebot verkaufen, das man nicht anfassen kann. Wer „Beratung“ oder „Unterstützung“ sagt, klingt wie viele andere. Wer genau sagt, wem er bei welchem Problem hilft, bleibt in Erinnerung.

Positionierung ist dabei keine Marketing-Kunst, sondern eine Entscheidung. Du legst fest, was du anbietest und was nicht, und für wen. Marketing macht diese Entscheidung später sichtbar.

Die vier Antworten

  1. Für wen? Eine Gruppe, die du beschreiben kannst. „Unternehmen“ zählt nicht. Hilfe dazu findest du im Ratgeber Zielkunden definieren.
  2. Welches Problem? So, wie deine Kunden es nennen würden, bevor sie dich kennen. Nicht in deinem Fachwort.
  3. Auf welchem Weg? Was machst du anders als die Alternativen? Dazu zählen auch „selbst machen“ und „nichts tun“.
  4. Wofür nicht? Ein Satz dazu, was du nicht anbietest, macht den Rest glaubwürdiger.

Die Antworten genauer ansehen

Für wen

Beschreibe die Gruppe so, dass du sie finden kannst: Branche, Größe, Lage. „Handwerksbetriebe mit zehn bis dreißig Mitarbeitern“ ist greifbar. „Kleine und mittlere Unternehmen“ ist es nicht.

Welches Problem

Frag deine Kunden, wie sie das Problem beschreiben würden, bevor sie dich kennen. Oft sind es Sätze wie „Ich komme abends nicht zu den Zahlen“ oder „Wir wissen nicht, was sich lohnt“. Diese Sätze gehören in deine Positionierung, nicht dein Fachwort.

Auf welchem Weg

Hier geht es um deinen Ansatz, nicht um eine Liste von Leistungen. Wie gehst du vor, und was unterscheidet das von dem, was dein Kunde sonst täte? Das Wichtigste ist die Alternative: Viele Kunden entscheiden nicht zwischen dir und einem Wettbewerber, sondern zwischen dir und „selbst machen“ oder „erst mal nichts“.

Wofür nicht

Eine klare Grenze macht dich glaubwürdiger. Wer alles kann, wirkt beliebig. Wer sagt, was er nicht tut, zeigt, dass er seine Stärke kennt.

Aus den Antworten einen Satz bauen

Die einfache Form lautet: Ich helfe [Zielgruppe], [Problem] zu lösen, indem [dein Weg]. Am Anfang klingt das hölzern. Sprich den Satz laut, bis er nach dir klingt, und streiche Wörter, die jeder benutzt, etwa „ganzheitlich“, „maßgeschneidert“ oder „professionell“.

Der Satz muss nicht auf der ersten Seite deiner Website stehen. Er ist zuerst für dich da: als Prüfstein dafür, ob dein Angebot, deine Website und deine Gespräche zusammenpassen.

Ein Beispiel (Firma erfunden)

Klartext Buchhaltung: Ich helfe Handwerksbetrieben mit zehn bis dreißig Mitarbeitern, ihre Buchführung so aufzusetzen, dass die Zahlen jeden Monat verständlich auf dem Tisch liegen. Der Chef muss abends keine Belege mehr sortieren.

Der Test mit drei Menschen

Sag den Satz drei Menschen, die dein Geschäft nicht kennen. Beobachte, was passiert. Fragen sie nach, was du meinst, ist er noch zu unklar. Verstehen sie ihn sofort, kennen aber niemanden, der das braucht, stimmt die Zielgruppe nicht. Nicken sie und stellen eine konkrete Frage zu deinem Angebot, bist du auf einem guten Weg.

Beides weißt du nach zehn Minuten, und danach schreibst du die zweite Fassung. Rechne damit, dass du den Satz drei- bis viermal überarbeitest, bevor er sitzt.

Typische Fehler bei der Positionierung

Die Positionierung im Alltag nutzen

Ein guter Satz taucht überall auf: im ersten Absatz deiner Website, in deinem Profil, in der Vorstellungsrunde, im Angebot. Wenn du ihn in verschiedenen Varianten verwendest, wirkt er nicht auswendig gelernt, sondern vertraut.

Nutze ihn auch als Filter. Passt eine Anfrage zu deinem Satz? Passt ein neuer Beitrag, ein neues Angebot, eine neue Veranstaltung? Was nicht passt, lass bleiben oder bewusst als Ausnahme laufen.

Eine Woche zum ersten Satz

  1. Tag 1: Kunden befragen. Ruf zwei oder drei gute Kunden an und frag, warum sie dich gewählt haben und wie sie ihr Problem beschrieben hätten.
  2. Tag 2: Antworten ordnen. Schreib auf, welche Wörter mehrfach vorkamen. Das sind deine Bausteine.
  3. Tag 3: Erste Fassung. Bau den Satz nach der einfachen Form. Mach ihn lieber zu eng als zu weit.
  4. Tag 4: Test. Sag ihn drei Menschen und notiere, was sie fragen.
  5. Tag 5: Zweite Fassung. Überarbeite den Satz und leg ihn dort ab, wo du ihn täglich siehst.

So sieht das in der Praxis aus

Die erfundene Klartext Buchhaltung bezeichnet sich zunächst als „Dienstleister für Finanzen und Buchhaltung“. Das sagt kaum etwas. Die Inhaberin fragt drei Kunden, warum sie gewählt wurde. Zwei sagen: weil ich mich nicht mehr um die Belege kümmern muss. Einer sagt: weil ich endlich weiß, wo ich stehe.

Daraus entsteht eine erste Fassung. Im Test fragt eine Bekannte, ob das auch für Ein-Personen-Betriebe gilt. Die Inhaberin merkt, dass sie das nicht anbieten will, und zieht die Grenze bei Betrieben ab zehn Mitarbeitern. Die zweite Fassung sitzt, und auf ihrer Website steht jetzt ein Satz, den Kunden zitieren.

Häufige Fragen

Was ist ein Positionierungssatz?

Ein Satz, der in einer Zeile sagt, für wen du arbeitest, welches Problem du löst und auf welchem Weg. Er dient als Prüfstein für Angebot, Website und Gespräche.

Wie finde ich mein Alleinstellungsmerkmal?

Frag deine besten Kunden, warum sie dich gewählt haben, und achte auf Wörter, die mehrfach vorkommen. Oft liegt dein Merkmal in einer Kombination, etwa einer Branche und einem Vorgehen, nicht in einer einzelnen Eigenschaft.

Kann ich mich als Generalist positionieren?

Ja, aber es fällt dann schwerer, im Kopf der Kunden einen Platz zu finden. Wer vieles anbietet, braucht ein klares verbindendes Element, zum Beispiel eine Zielgruppe oder eine Haltung, an dem sich alles ausrichtet.

Wie oft sollte ich meine Positionierung überarbeiten?

Mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn sich Angebot oder Zielgruppe verschieben. Kleine Schärfungen gehören nach jedem Gespräch dazu.

Brauche ich dafür eine Agentur?

Nicht zwingend. Die vier Fragen kannst du selbst beantworten und mit drei Menschen testen. Eine Außensicht hilft, wenn du nach mehreren Versuchen nicht weiterkommst.

Zum Weiterarbeiten

Zum Mitnehmen

Probiere deinen Satz auf „Positionierung in einem Satz“ aus. Das Positionierungs-Workbook gibt dir den Rahmen dazu.

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