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VERTRIEB

Erstgespräch vorbereiten.
Fragen, Ablauf und Checkliste.

Ein Erstgespräch muss nicht perfekt vorbereitet sein. Aber ein halbes Blatt mit einem Ziel und ein paar Fragen macht den Unterschied zwischen einem netten Plausch und einem Termin, aus dem etwas folgt.

Lesezeit etwa 5 Minuten
Erstgespräch vorbereiten. Fragen, Ablauf und Checkliste.

Warum sich die Vorbereitung lohnt

Im Erstgespräch entscheidet sich vieles: ob dein Gegenüber dich ernst nimmt, ob ihr zusammenpasst und ob es einen zweiten Termin gibt. Wer unvorbereitet kommt, redet meist zu viel über sich und erfährt zu wenig über den anderen.

Vorbereitung heißt hier nicht, ein Skript auswendig zu lernen. Es heißt, vorher kurz zu klären, was du erreichen willst, was du schon weißt und was du noch nicht weißt. Das dauert fünfzehn Minuten und zahlt sich im Gespräch aus.

Die Checkliste für das halbe Blatt

Ein Beispiel (Unternehmen erfunden)

Hartmann Elektrotechnik betreut drei Standorte. Ziel des Gesprächs: klären, ob der Wartungsvertrag neu verhandelt werden soll. Fragen: Wer entscheidet über Verträge? Was hat bisher gefehlt? Wann läuft der aktuelle aus? Als Abschluss ist ein Termin vor Ort mit dem Betriebsleiter geplant.

Fragen, die ein Erstgespräch voranbringen

Gute Fragen sind offen, einfach und bringen den anderen zum Erzählen. Du musst nicht alle stellen. Such dir die aus, die zu deinem Gespräch passen.

Zum Anlass

Was hat dazu geführt, dass du jetzt darüber sprichst? Was ist passiert, dass es nicht mehr so weitergeht wie bisher? Antworten darauf zeigen dir, wie dringend das Thema ist.

Zur Lage

Wie läuft das aktuell ab? Was hast du bisher versucht? Was hat funktioniert, was nicht? Hier erfährst du, wo du ansetzen kannst und was du besser nicht noch einmal vorschlägst.

Zur Entscheidung

Wer ist an der Entscheidung beteiligt? Bis wann soll etwas stehen? Was wäre für dich ein gutes Ergebnis? Wer so fragt, versteht früh, ob ein Angebot realistisch ist und wen es überzeugen muss.

Der Ablauf im Gespräch

  1. Ankommen. Zwei Minuten, in denen ihr euch kennenlernt. Sag, wie lange du eingeplant hast und was du dir vorstellst.
  2. Fragen stellen. Hier verbringst du den größten Teil der Zeit. Stell die Fragen und lass Pausen zu.
  3. Zusammenfassen. Sag in zwei, drei Sätzen, was du verstanden hast. Der andere bestätigt oder korrigiert. So vermeidest du Missverständnisse.
  4. Nächsten Schritt vereinbaren. Ein konkreter Termin oder eine Aufgabe mit Datum. „Ich melde mich“ reicht nicht.
  5. Danach festhalten. Zwei Minuten nach dem Termin: Was wurde gesagt, was ist offen, wann meldest du dich? Nach einem Tag ist die Hälfte davon weg.

Mit Einwänden umgehen

Einwände sind kein Nein. Meist sind es Fragen in anderer Form. „Das ist mir zu teuer“ heißt oft: Ich sehe den Wert noch nicht. „Gerade passt es nicht“ heißt: Es gibt etwas anderes, das wichtiger ist.

Hör zu, bevor du antwortest. Wiederhole den Einwand in eigenen Worten und frag nach: Woran machst du das fest? Häufig löst sich die Sache, sobald der andere sie ausspricht. Wenn nicht, hast du wenigstens verstanden, worum es geht.

Typische Fehler im Erstgespräch

Das halbe Blatt als Vorlage

Wenn du magst, übernimm diese Gliederung für dein Blatt. Schreib einfach unter jede Zeile, was für dein Gespräch gilt.

Ziel des Gesprächs: ... Was ich schon weiß: ... Was ich noch erfahren will: ... Mein Vorschlag für den nächsten Schritt: ... Wahrscheinlicher Einwand und meine Antwort: ...

Mehr braucht es nicht. Das Blatt passt auf eine Handfläche und lässt sich in zehn Minuten füllen. Wenn du es regelmäßig benutzt, wirst du schneller und sicherer.

So sieht das in der Praxis aus

Die erfundene Hartmann Elektrotechnik hat eine Anfrage von einem Geschäftsführer bekommen, der seine Wartungsverträge überprüfen will. Der Anbieter schaut sich kurz die Website an und notiert: drei Standorte, regional, etwa vierzig Mitarbeiter. Sein Ziel für das Gespräch: herausfinden, was am bisherigen Vertrag nicht passt, und einen Termin vor Ort vereinbaren.

Im Gespräch stellt er seine vier Fragen und hört zu. Der Geschäftsführer erzählt, dass bei Störungen niemand ans Telefon geht. Der Anbieter schreibt das Wort genau so auf. Zum Schluss fasst er zusammen und schlägt einen Termin mit dem Betriebsleiter vor. Im Angebot später taucht der Satz über die Erreichbarkeit wieder auf, in den Worten des Kunden.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Erstgespräch dauern?

Plane dreißig bis fünfundvierzig Minuten ein. Wichtiger als die Länge ist, dass am Ende ein klarer nächster Schritt steht. Bei sehr einfachen Anliegen genügt ein kürzeres Telefonat.

Was frage ich, wenn ich nichts über den Interessenten weiß?

Dann fängst du mit dem Anlass an: Was hat dazu geführt, dass du dich meldest? Schau vorher kurz auf die Website und prüfe, ob du Branche und Größe erkennst. Schreib auf, was du nicht weißt, das sind deine Fragen.

Soll ich im Erstgespräch schon über den Preis sprechen?

Du musst nicht ausweichen, wenn jemand fragt. Nenne eine ehrliche Spanne und sag, wovon der genaue Preis abhängt. Der Preis steht im Erstgespräch aber selten im Mittelpunkt, solange das Problem noch nicht klar ist.

Wie halte ich Ergebnisse am besten fest?

Direkt nach dem Gespräch in zwei Minuten: Was wurde gesagt, was ist offen, wann meldest du dich? Schreib die Worte des Kunden möglichst genau auf und trag den nächsten Termin in den Kalender ein.

Was, wenn das Gespräch anders läuft als geplant?

Dann folgst du dem Gespräch. Das Blatt ist eine Stütze, kein Skript. Am Ende schaust du kurz drauf, ob dein Ziel und deine wichtigsten Fragen geklärt sind.

Zum Weiterarbeiten

Zum Mitnehmen

Das Angebots- und Erstgesprächs-Set enthält eine Gesprächsvorlage mit Beispiel.

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Das AI Sales OS bereitet dir das Gespräch auf einer Seite vor: Ziel, Buying Center, Risiken und offene Fragen.

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