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POSITIONIERUNG · 29. OKTOBER 2026 · 4 MINUTEN LESEZEIT

Die sieben Fragen, aus denen dein Satz entsteht

Von Holger Schäfer, Spartan Intelligence.

Die sieben Fragen, aus denen dein Satz entsteht

Stell dir vor, jemand fragt dich auf einer Veranstaltung: „Und was macht ihr eigentlich?“ Du hast zehn Sekunden. Was sagst du? Viele Unternehmer merken in diesem Moment, dass sie drei verschiedene Antworten im Kopf haben. Eine für die Website, eine fürs Gespräch mit Kunden und eine, die sie sich spontan zurechtlegen.

Das ist kein Mangel an Können. Es fehlt nur ein Satz, der feststeht. Und der lässt sich mit sieben Fragen finden. Fünf davon sind Pflicht, zwei sind freiwillig. Hier gehen wir sie der Reihe nach durch.

Warum sieben Fragen und kein Workshop

Positionierung klingt nach Beratertag, Flipchart und Kaffee im Stehen. Dabei steckt der Kern in wenigen ehrlichen Antworten. Du brauchst keine Marktstudie, sondern zehn ruhige Minuten und die Bereitschaft, so zu schreiben, wie du es einem Kunden am Telefon sagen würdest.

Es gibt kein „richtig“. Es gibt nur konkret oder beliebig. Das Beispiel in diesem Artikel ist die erfundene Nordwerk IT-Systemhaus GmbH. Sie dient nur zur Anschauung.

Die fünf Pflichtfragen

  1. Was bietest du an? Ein Satz reicht. Nordwerk: „Wir betreuen die IT von Handwerksbetrieben und kleinen Büros.“
  2. Wer kauft bei dir? Branche, Größe, und wer im Unternehmen entscheidet. Nordwerk: „Inhaber mit fünf bis zwanzig Arbeitsplätzen, die keine eigene IT-Abteilung haben.“
  3. Welches Problem löst du für diese Kunden? Nicht, was du tust, sondern was bei ihnen ohne dich hakt. Nordwerk: „Ihre Rechner stehen still, und keiner weiß, wen er anrufen soll.“
  4. Warum du und nicht ein anderer? Was machst du anders oder besser? Nordwerk: „Ein fester Ansprechpartner statt einer Ticket-Nummer.“
  5. Was kannst du belegen? Eine Zahl, einen Kunden, ein Ergebnis. Oder du schreibst ehrlich: „habe ich noch nicht“. Auch das ist eine gültige Antwort.

Die letzte Frage ist die unbequemste, und sie ist wichtig. Hier trägst du nur ein, was du wirklich belegen kannst. Ein Text, der mehr behauptet, als du halten kannst, fällt dir später auf die Füße. Ein Text mit einer Lücke tut das nicht.

Frage 2 fällt leichter, wenn du deine Zielkunden vorher sortierst. Wie das geht, steht im Ratgeber Zielkunden definieren.

Die zwei freiwilligen Fragen

  1. Was nutzen deine Kunden heute stattdessen? Auch „Excel“ oder „nichts“ ist eine Antwort. Sie zeigt dir, womit du eigentlich konkurrierst.
  2. Wie sollen deine Texte klingen, und was würdest du nie sagen? Zum Beispiel: Du-Ansprache, klar und direkt. Und ein Wort, das bei dir nie vorkommt.

Beide kannst du überspringen. Sie machen aus einem brauchbaren Satz einen, der nach dir klingt.

Aus sieben Antworten wird ein Satz

Jetzt setzt du die Antworten zusammen. Die Vorlage ist schlicht:

Ich helfe [Frage 2] bei [Frage 3], indem ich [Frage 1] anbiete. Anders als andere: [Frage 4].

Bei Nordwerk wird daraus: „Wir helfen Inhabern kleiner Betriebe, wenn die IT stillsteht, indem wir ihre Systeme betreuen. Anders als andere haben unsere Kunden einen festen Ansprechpartner.“ Das ist kein Werbeslogan. Es ist ein Satz, den man prüfen kann, und genau deshalb trägt er.

Lies ihn laut. Würdest du ihn auch einem Freund sagen? Und könnte ein Wettbewerber ihn wortgleich übernehmen? Wenn ja, schärfe Frage 4 nach.

Drei Stolpersteine beim Ausfüllen

Zu groß gedacht. „Wir helfen allen Unternehmen“ klingt nach viel Markt und sagt nichts. Je klarer du Frage 2 eingrenzt, desto leichter fällt dir der Rest. Du darfst später erweitern, aber starte bei denen, die du gut kennst.

Zu bescheiden bei Frage 4. Viele schreiben „Qualität“ oder „Erfahrung“. Das schreibt jeder. Frag dich stattdessen, was Kunden über dich sagen, wenn sie dich weiterempfehlen. Oft steckt genau dort die Antwort, die du selbst für selbstverständlich hältst.

Zu schnell bei Frage 5. Wer hier eine Zahl einträgt, die er nicht nachschlagen kann, hat ein Problem, sobald jemand nachfragt. Lieber eine kleine Angabe, die stimmt, als eine große, die wackelt.

Und noch ein Tipp: Lass jemanden gegenlesen, der dein Geschäft kennt. Wenn er an einer Stelle stutzt, hast du meistens eine Stelle gefunden, an der der Satz noch zu allgemein ist.

Was der Satz danach tut

Er ist die Grundlage für alles, was du schreibst: Website, Beiträge, Newsletter, Angebote. Wer einmal festgelegt hat, wofür er steht, muss bei jedem Text nicht neu überlegen, sondern prüft nur, ob der Text dazu passt. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass dein Auftritt überall gleich klingt.

Das AI Marketing Operating System stellt dir dieselben sieben Fragen im Gespräch. Aus deinen Antworten entwirft es ein Firmenprofil, Idealkunden und einen Entwurf deiner Positionierung. Jeden Vorschlag siehst du einzeln, du übernimmst, änderst oder streichst. Die Fragen bereiten vor, das Ergebnis prüfst du selbst. Und nichts geht nach außen, bevor du freigibst.

Dein nächster Schritt

Nimm dir heute zehn Minuten und beantworte die fünf Pflichtfragen schriftlich. Nicht perfekt, nur ehrlich. Setz dann deinen Satz zusammen und lies ihn dir morgen noch einmal durch. Die Antworten zu den Fragen sechs und sieben kannst du später ergänzen.

Wenn du die Fragen lieber im Gespräch beantwortest, kannst du das AI Marketing Operating System ausprobieren: 14 Tage kostenlos testen.

NÄCHSTER SCHRITT

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